Am Ende fehlt die Kraft!

von Thomas Klinke (Kommentare: 0)

22 von 24 möglichen Punkten, die beste Abwehr und mit Abstand auch der beste Angriff! Die Rückrundenbilanz des FV Dresden Süd-West, der am 21. Spieltag im Sebnitzer Waldstadion gastierte, klang schon sehr respekteinflößend. Dennoch wollten die A-Junioren der SpG Sebnitz/Neustadt/Langburkersdorf  für den sehr ambitionierten Tabellen-Zweiten nicht einfach nur billiges Kanonenfutter spielen, sondern, ähnlich wie beim Gastspiel in Görlitz, mit einer beherzten und kämpferischen Leistung, vielleicht diesmal für eine Überraschung sorgen. Die Vorzeichen für diese Partie standen jedoch mehr als schlecht! Gleich drei Spieler hatten verschlafen, einer zog es vor gleich gar nicht erst aufzustehen und 5 Spieler hatten bereits 90 Minuten Männerfußball vom Vortag in den Knochen. Und als wäre dies nicht schon genug, kam auch noch die Gelb/Rot-Sperre für Kapitän F. Müller vom Görlitzspiel hinzu. 
Doch aus der Not eine Tugend zu machen, ist eine Eigenschaft, die die Sebnitzer Jungs in dieser Saison schon häufiger mit Bravour gezeigt hatten. So bissen sich die torhungrigen Süd-Westler an den mit 11 Mann verteidigenden Gastgebern, in der ersten Halbzeit, regelrecht die Zähne aus. Einer kämpfte für den Anderen! Die Zermürbetaktik der Sebnitzer ging vollends auf und die Gäste haderten mit ihren vergebenen Chancen und begannen sich gegenseitig anzugiften. Die BSV-Jungs hingegen spielten sich wie in einen Rausch und hätten eigentlich gar keine Halbzeitpause benötigt. Aber da ein Fußballspiel 2 x 45 und nicht 1 x 90 Minuten dauert, schickte der Unparteiische die beiden Mannschaften pünktlich und mit einem völlig in Ordnung gehenden 0:0 in die Kabinen.
Doch die Pause tat den Sebnitzern nicht gut, denn die müden Beine wurden durch die Unterbrechung nun immer schwerer. So kamen die Sebnitzer mit der Zielstellung aus der Kabine die ersten 15 Minuten ohne Gegentor zu überstehen, um den nun mit viel Wut im Bauch anstürmenden Dresdnern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Doch diese Taktik hielt keine 2 Minuten, denn gerade einmal 90 Sekunden nach Wiederanpfiff brachte ein Eckball die mit riesiger Erleichterung bejubelte Gästeführung. Dieses Tor traf die Gastgeber wie eine kalte Dusche. Von der Ordnung und Sicherheit der ersten Hälfte war kaum noch etwas zu sehen. So setzte ein Doppelschlag in der 62. und 65. Minute zum 0:2 bzw. 0:3 der „Mission Punktgewinn“ endgültig einen Strich unter die Rechnung. Doch die Sebnitzer steckten nicht auf und kämpften. Nicht auszudenken wenn N. Beyer in der 70 Minute, nach einem schönem Sprint, die Hartmann-Flanke eingeköpft hätte. Vielleicht wäre dann doch noch einmal ein Sturmlauf möglich gewesen. Aber wäre, selbst bei einem Anschlusstor, ein nochmaliges Aufbäumen überhaupt möglich gewesen? Denn die Kräfte schwanden immer mehr und der 2. Stürmer, den man dazu benötigt hätte, drehte sich ja lieber noch einmal im Bett um, anstatt seiner Mannschaft auf dem Platz zu helfen…
So folgte in der 75. Minute dann der endgültige Genickschuss – 0:4. Und da diese Niederlage dann doch vielleicht um ein Tor zu hoch ausfiel, entschied der Schiedsrichter kurzerhand die Partie einfach schon in der 86. Minute abzupfeifen, um weitere Gegentore zu verhindern. Denn schließlich sollte ja auch das Mittagessen nicht unnötig kalt werden. 
So war es am Ende eine Kraftfrage die den Ausgang dieser Partie besiegelte. Was bleibt ist das Lob und die Anerkennung der Gäste aus Dresden, die mit diesem Auswärtssieg den Sprung an die Tabellenspitze schafften.
 
Sebnitz/Neustadt/Langburkersdorf spielte mit:
C. Buhl (C) – F. Bräuer, A. Kirpal (C. Berge), M. Rabe, K. Klinger  – N. Beyer (B. Günther), A. Doan Viet, C. Hartmann, L. Fölker, A. Schmidt  – Schulze, T.

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